Punta de los Roques

 

Wo?

Ich war vor gut einem Jahr schon einmal am Punta de los Roques, in den Calderahängen, hoch über dem Parkplatz an der Cumbrecita. Von El Paso aus gesehen liegt der Punta quasi auf der Nasenspitze des ‚Guanchen‘, der markanten Felsformation östlich des Pico Bejenado.

Am Punta des los Roques gibt es auf ca. 2200 Metern ASL die einzige offene Schutzhütte La Palmas – zumindest soweit ich weiß. Sie ist nicht bewirtschaftet, bietet aber locker acht Wanderern Platz, oder auch mehr, dann müsste aber der Speiseraum mitbenutzt werden. Ihre Lage ist günstig: Man kann hier prima eine Zwischenübernachtung einlegen, wenn man vom Roque de los Muchachos aus über El Pilar nach Fuencaliente absteigen will. Es gibt elektrisches Licht (aber keinen Strom) und eine Regenwasserzisterne für Brauchwasser. Trinkwasser ist immer ein Thema auf der großen Caldera-Runde, die nächste Versorgungsstation wäre frühestens am Reventon oder besser in El Pilar. Also ausreichend bevorraten.

Geocachen

Das erste Mal führte mich ein Geocache an diesen Ort. Kleiner Tipp für Mitcacher: Die Koordinaten sind nicht sehr genau, und auch wenn es zuerst so aussieht, der Cache liegt nicht auf dem Niveau der Hütte. Damals konnte ich den Cache nicht finden, wollte aber unbedingt zwei Dinge: Wiederkommen und hier nachts fotografieren.

Los geht’s

Das habe ich in 2017 umgesetzt. Ich bin am 24.01. gegen 16 Uhr bei El Pilar in die Wanderung eingestiegen. Erfahrene La-Palma-Wanderer werden jetzt den Kopf schütteln: Viel zu spät. Nein. Genau richtig für einen spektakulären Sonnenuntergang hinter dem Bejenado. Gut, die Schutzhütte habe ich erst in der Dunkelheit erreicht, aber wofür gibt es Stirnlampen…

Mit mir zusammen waren noch drei andere Wanderer da. Etwas schräg wurde ich angesehen, als ich sagte, ich sei ohne Schlafsack (aber mit Isomatte) unterwegs, und würde mich auf Wanderungen von ‚flat food‘ ernähren, weil der ganze Rest von meinem Equipment belegt sei. Tipp: Ein Objektivköcher mittlerer Größe kann, wenn man das Objektiv nicht braucht, prima drei Äpfel aufnehmen. Insgesamt hatte ich etwa 14 kg an Ausrüstung dabei.

Geschlafen habe ich in jener Nacht höchstens zwei Stunden. Den Rest war ich draußen zum Fotografieren. Zuerst eine Serie für Startrails (siehe Bild), dann ein 360° Panorama und verschiedene Einzelaufnahmen. Danach ein bisschen geschlafen und gedöst, bis es gegen 5.30 Uhr weiter ging: Mond- und Milchstraßenaufgang hinter Tenerife, kurz danach gefolgt von einer schönen Morgendämmerung. Leider fiel der Sonnenaufgang hinter dem Teide diesmal nicht ganz so spektakulär aus wie sonst.

Gegen 8.30 machte ich mich auf den Rückweg und war etwa drei Stunden später wieder an meinem Auto. Achja, den Geocache konnte ich auch noch loggen…

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"Fotografieren ist finden, was sich verliert."

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